Vor einiger Zeit las ich in der Presse, dass Bahn, Stadt, Land und Bund 3.6 Milliarden Euro investieren wollen, um dem ansteigenden Bahnverkehr in der Region Köln gerecht zu werden. Wenig später berichtete die gleiche Zeitung, dass diese Kapazitätserweiterungen bei Fertigstellung der Maßnahmen nicht mehr reichen würden. Der Bahnhof am Dom und in Deutz ist und bleibt ein Nadelöhr. Gewachsene Bahnstrukturen, zum großen Teil aus dem 19. Jahrhundert sowie der Automobilverkehr prägen unser Innenstadt. Lange galt beides als gesetzt und so fanden Veränderungen nur in kleinen Schritten statt. Andere Städte wie Wien, Kopenhagen oder Barcelona machen vor, dass es auch anders geht. Für eine lebenswerte Stadt müssen wir neu denken. Gemeinsam mit einer Vielzahl an Experten und im Rahmen unzähliger Gespräche entwickelten wir ein Konzept für eine neue mitte köln.

In einer ersten Phase soll der Hauptbahnhof in den Osten nach Kalk verlegt werden. Unter dem alten Hauptbahnhof laufen weiterhin alle wesentlichen Straßenbahn- und S-Bahnverbindungen zusammen. Der alte Bahnhof am Dom wandelt sich zu einem S-Bahnhof mit einer schnellen Direktverbindung zum neuen Hauptbahnhof in Kalk. Der neue Hauptbahnhof könnte innerhalb von zehn Jahren in Betrieb gehen und würde viele städtebauliche Impulse für den Stadtteil Kalk sowie für das gesamte rechtsrheinische Köln schaffen. In weiteren Ausbaustufen können/müssen sich mehrere S- und Regionalbahnringe um die Stadt legen um das Verkehrsaufkommen der Zukunft in Köln, aber auch in der gesamten Region, bewältigen zu können. 91 Prozent des Fernverkehrs wird dank des neuen Hauptbahnhofs rechtsrheinisch bleiben. In einem südlichen und einem nördlichen Ring werden die Fern – und Regionalbahnen um die City herumgeführt. Politik und Verwaltung sollten den Mut fassen, wieder langfristig zu planen und zu handeln.

 

Durch neue mitte köln könnten neue Grün- und dringend benötigte Wohnbauflächen mitten in der Stadt entstehen. Die alten S-Bahngleise würden sich in eine ,,High-Line‘‘ für Fahrradfahrerinnen und Fußgängerinnen verwandeln. Ein Fahrradschnellweg sollte das rechtsrheinische und linksrheinische Köln kreuzungsfrei verbinden. Neue Mobilitäts- und Wohnkonzepte könnten leichter umgesetzt werden. Die Lebensqualität unserer Stadt und der gesamten Region würde sich enorm verbessern. Es lohnt sich, sich zu engagieren!

 

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