Prof. em. Siegfried Mängel, Bauingenieur, em. Geschäftsführer Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit (PBDE) und Ehrenmitglied NMK

Prof. em. Siegfried Mängel

Bauingenieur, em. Geschäftsführer Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit (PBDE) und Ehrenmitglied  NMK

Für mich ist die Neue Mitte Köln die einzige wirklich neue Idee für diese Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Und zwar nicht als Einzelprojekt, sondern als ganzheitlicher Ansatz. Sie denkt Verkehr, Stadtent­wicklung und regionale Wirkung zusammen – und das wird einer Stadt wie Köln endlich gerecht.

Interview mit Siegfried Mängel

Was hat Sie persönlich bewogen, die Neue Mitte Köln zu unterstützen? Was fasziniert Sie an der Idee?

Für mich ist die Neue Mitte Köln die einzige wirklich neue Idee für diese Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Und zwar nicht als Einzelprojekt, sondern als ganzheitlicher Ansatz. Sie denkt Verkehr, Stadtentwicklung und regionale Wirkung zusammen – und das wird einer Stadt wie Köln endlich gerecht.

Mich überzeugt außerdem, dass hier bürgerliche Verantwortung sichtbar wird. Es ist kein Verwaltungsprojekt, sondern eine Initiative aus der Mitte der Stadtgesellschaft. Das hat Substanz.

Welche verkehrlichen Herausforderungen stecken in der Vision?

Ich sehe keine unlösbaren Herausforderungen, solange der politische und gesellschaftliche Wille da ist. Technisch ist vieles machbar. Entscheidend ist, ob man bereit ist, groß zu denken und langfristig zu handeln.

Die eigentliche Frage ist nicht die Machbarkeit, sondern die Entschlossenheit.

Große Verkehrsinfrastruktur ist immer Teil eines Systems. Wo liegen aus Ihrer Erfahrung die größten blinden Flecken in frühen Projektphasen?

Der größte blinde Fleck ist oft, dass die Menschen nicht mitgenommen werden. Infrastruktur verändert Lebensräume und wenn diese Veränderungen nicht transparent erklärt und diskutiert werden, entsteht Widerstand.

Was ist das Besondere an der Vision? Welche stadträumlichen Auswirkungen könnte sie für Köln und die Region haben?

Die Vision eröffnet die Möglichkeit, zentral in Köln rund 20.000 neue, bezahlbare Wohnungen zu schaffen und das nicht am Stadtrand, sondern mitten in der Stadt. Das ist ein enormer sozialer und städtebaulicher Hebel.

Gleichzeitig würde der Güterverkehr, einschließlich gefährlicher Transporte, aus dem innerstädtischen Bereich herausgeführt. Das bedeutet mehr Sicherheit und Lebensqualität.

Das ist keine Detailkorrektur, sondern eine strukturelle Verbesserung für die gesamte Region.

Warum braucht es aus Ihrer Sicht überhaupt einen Verein wie die NMK – und was könnte die öffentliche Hand allein nicht leisten?

Die Bahn und die öffentliche Hand sind häufig in ihren eigenen Strukturen gefangen. Dort fehlt oft der Freiraum für wirklich großes, integriertes Denken.

Ein Verein wie die NMK kann unabhängiger, freier und visionärer agieren. Er kann Impulse setzen, Debatten anstoßen und Perspektiven öffnen, die innerhalb bestehender Institutionen schwer entstehen.